Die Vorgeschichte
Zweimal haben meine Tochter Lina und ich uns zusammen gesetzt, um ausgehend von unserer eigenen Geschichte praxisnah über jugendlichen Drogenkonsum zu berichten und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich zwischen Jugendlichen und Erwachsenen selbst in schwierigen Zeiten Brücken bauen lassen.
2001 erschien Lieber high als stinknormal? - ein Buch für Jugendliche, das die Geschichte von Lina und ihrer Entscheidung erzählt, mit 13 Jahren in die Partyszene abzutauchen und jede Menge Drogen zu konsumieren; und die Geschichte der Höhen und Tiefen, durch die wir als Familie dabei gegangen sind. Seit es erschienen ist, sind wir weit herumgekommen und haben an vielen, vielen Schulen, in Drogenberatungsstellen, Stadtbüchereien, Gemeindesälen, und Stadthallen landauf, landab Vorträge gehalten. Und immer wieder sind Eltern und Lehrer auf uns zugekommen und haben gefragt, warum wir nicht ein zweites Buch schreiben: Ein Buch für Erwachsene. Eines für die, die tagtäglich mit Jugendlichen zu tun haben und sich von dem ganzen Thema Sucht und Drogen überfordert fühlen. Aus diesem Wunsch heraus entstand Ich rauche doch nur Joints!
Schon bei Lieber high als stinknormal? waren Interviews die Basis unserer Zusammenarbeit, denn Lina war damals in einer (relativ) cleanen Phase, wäre aber kaum in der Lage gewesen, ihre Erlebnisse und Erfahrungen selbst aufzuschreiben. Im Prinzip sind wir unserer Arbeitsweise auch bei unserem zweiten Buch treu geblieben, nur wollten wir diesmal über den Tellerrand unseres eigenen Erlebens hinausschauen und eine möglichst breit gefächerte Palette anderer Erfahrungen mit einbeziehen. So haben wir uns beide mit einem Aufzeichnungsgerät auf Tour durchs ganze Land begeben und unzähligen Leuten in Großstädten ebenso wie auf dem platten Land zugehört, die hautnah mit dem Thema Drogen und Sucht zu tun haben. Da wir beide Seiten hören wollten, ging Lina zu den Jugendlichen und ich zu den Erwachsenen. Neben dieser umfassenden Szene-Recherche haben wir uns bei Jugendpsychologen, Drogen- und Suchtberatern und der Polizei umghört. Herausgekommen ist eine praxisnahe, informative Darstellung des Themas Sucht und Drogen.
Wir finden: Jeder Erwachsene, der mit Jugendlichen zu tun hat, muss es gelesen haben.