Wie ich den Weg zum Schreiben fand
Meinen Wunsch, Kindergärtnerin zu werden, hat mir mein Vater relativ früh ausgeredet. So stand für mich bald fest, dass ich etwas mit Sprachen machen wollte. Da ich es in Deutsch nur auf Note 4 brachte (unter den Aufsätzen standen Bemerkungen wie "zu viel Phantasie"), konzentrierte ich mich auf das Französische und Englische, später auch das Spanische.
Nach dem Studium in München arbeitete ich viele Jahre als Dolmetscherin und Übersetzerin für die Industrie - bis ich die Welt der Bücher auch beruflich für mich entdeckte. Seither habe ich über fünfzig Sachbücher zu den unterschiedlichsten Themen - fast alle aus dem Amerikanischen oder Englischen ins Deutsche - übersetzt.
Das Übersetzen ist eine gute - wenn nicht die beste - Möglichkeit, die Muttersprache in ihrer ganzen Komplexität und mit all ihren Eigenarten kennen und lieben zu lernen, denn immer bist du auf der Suche nach dem einen perfekten Begriff, der einen wirklich treffenden Formulierung. Und weil du so genau hinschaust, stolperst du dauernd über die Schwächen der Texte, die dir da vorgesetzt werden. Harry Rowohlt soll einmal gesagt haben: "Spätestens ab Seite 100 hasst der Übersetzer jedes Buch". Es gibt so viele Dinge, die du selbst besser machen würdest ...
Und so fing ich an, eigene Bücher zu schreiben.
